Avodah Zarah 108

Kapitel 108

א ואלא מכלים דכתיב (דברי הימים ב כט, יט) ואת כל הכלים אשר הזניח המלך אחז במלכותו במעלו הכנו והקדשנו ואמר מר הכנו שגנזנום והקדשנו שהקדשנו אחרים תחתיהן והא אין אדם אוסר דבר שאינו שלו
1 Vielmehr, von den Tempelgeräten, denn es heißt: <i>all die Geräte aber, die der König Aḥaz während seiner Regierung infolge seines Abfalles beiseite geworfen hatte, haben wir eingestellt und geheiligt</i>, und der Meister erklärte, <i>eingestellt</i>, nämlich versteckt, <i>und geheiligt</i>, andere statt dieser für das Heiligtum bestimmt. Und obgleich niemand das verbieten kann, was nicht ihm gehört, so wurden sie dennoch verboten,
ב אלא כיון דעבד בהו מעשה איתסרו להו הכא נמי כיון שעשה בה מעשה אסרה
2 weil an diesen eine Handlung begangen worden war, ebenso ist es auch hierbei verboten, da an diesem eine Handlung begangen worden ist.
ג כי אתא רב דימי א"ר יוחנן אע"פ שאמרו המשתחוה לקרקע עולם לא אסרה חפר בה בורות שיחין ומערות אסרה כי אתא רב שמואל בר יהודה א"ר יוחנן אע"פ שאמרו המשתחוה לבעלי חיים לא אסרן עשאן חליפין לעבודת כוכבים אסרן
3 Als R. Dimi kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Obgleich sie gesagt haben, wenn jemand den Erdboden anbetet, habe er ihn dadurch nicht verboten gemacht, so hat er ihn dennoch verboten gemacht, wenn er da Gruben, Graben und Höhlen gegraben hat. Als R. Šemuél b. Jehuda kam, sagte er im Namen R. Joḥanans: Obgleich sie gesagt haben, wenn jemand lebende Wesen verehrt hat, seien sie dadurch nicht verboten, so sind sie dennoch verboten, wenn er sie gegen einen Götzen eingetauscht hat.
ד כי אתא רבין אמר פליגו בה רבי ישמעאל ב"ר יוסי ורבנן חד אמר חליפין אסורין חליפי חליפין מותרין וחד אמר אפילו חליפי חליפין נמי אסורין
4 Als Rabin kam, sagte er: Hierüber streiten R. Jišma͑él b. R. Jose und die Rabbanan; einer sagt, das Eingetauschte sei verboten und das Eingetauschte des Eingetauschten sei erlaubt, und einer sagt, auch das Eingetauschte des Eingetauschten sei verboten. –
ה מ"ט דמ"ד חליפי חליפין אסורין אמר קרא (דברים ז, כו) והיית חרם כמוהו כל שאתה מהיה ממנו הרי הוא כמוהו ואידך אמר קרא הוא הוא ולא חליפי חליפין
5 Was ist der Grund desjenigen, welcher sagt, auch das Eingetauschte des Eingetauschten sei verboten? – Die Schrift sagt: <i>daß du gleich ihm dem Banne verfallest</i>; was von diesem kommt, verfällt gleich ihm dem Banne. – Und jener!? Die Schrift sagt <i>es</i>, nur es selbst, nicht aber das Eingetauschte des Eingetauschten. –
ו ואידך ההוא מיבעי ליה למעוטי ערלה וכלאי הכרם שאם מכרן וקידש בדמיהן מקודשת
6 Und jener!? – Dies schließt Ungeweihtes und Mischfrucht aus; wenn man sie nämlich verkauft und mit dem Gelde sich eine Frau angetraut hat, so ist die Antrauung gültig. –
ז ואידך ערלה וכלאי הכרם לא צריכי מיעוטא דהויא להו עבודת כוכבים ושביעית שני כתובין הבאין כאחד וכל שני כתובין הבאין כאחד אין מלמדין
7 Und jener!? Ungeweihtes und Mischfrucht brauchen nicht besonders ausgeschlossen zu werden, denn vom Götzendienst und vom Siebentjahre lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern.
ח עבודת כוכבים הא דאמרן שביעית דכתיב (ויקרא כה, יב) כי יובל היא קדש תהיה לכם מה קדש תופס את דמיו ואסור אף שביעית תופסת את דמיה ואסורה
8 Vom Götzendienste, wie wir bereits gesagt haben, und vom Siebentjahre, denn es heißt: <i>denn das ist ein Jobel, heilig soll es euch sein</i>; wie das Heilige den Erlös erfaßt, so daß auch dieser verboten ist, ebenso erfaßt auch die Siebentjahrs[frucht] den Erlös, so daß auch dieser verboten ist. –
ט אי מה קדש תופס את דמיו ויוצא לחולין אף שביעית תופסת את דמיה ויוצאה לחולין ת"ל תהיה בהוייתה תהא
9 Demnach sollte doch, wie das Heiligengut den Erlös erfaßt und selbst profan wird, auch die Siebentjahrs[frucht] dein Erlös erfassen und profan werden!? – Es heißt: <i>sein</i>, sie verbleiben bei ihrer Eigenheit.
י הא כיצד לקח בפירות שביעית בשר אלו ואלו מתבערין בשביעית לקח בבשר דגים יצא בשר נכנסו דגים בדגים יין יצאו דגים נכנס יין ביין שמן יצא יין ונכנס שמן הא כיצד אחרון אחרון נתפס בשביעית ופרי עצמו אסור
10 Zum Beispiel: hat man für die Früchte des Siebentjahrs Fleisch gekauft, so muß im Siebentjahre beides fortgeschafft werden; hat man für das Fleisch Fische gekauft, so wird das Fleisch profan und die Fische treten an seine Stelle; wenn für die Fische Wein, so werden die Fische profan und der Wein tritt an ihre Stelle; wenn für den Wein Öl, so wird der Wein profan und das Öl tritt an seine Stelle. Das allerletzte verfällt stets dem Siebentjahrsgesetze und die originäre Frucht bleibt verboten. –
יא ואידך קסבר שני כתובין הבאין כאחד מלמדין ואיצטריך הוא למעוטינהו:
11 Und jener!? – Er ist der Ansicht, von zwei Schriftversen, die dasselbe lehren, könne man wohl auf andere folgern, somit ist [das Wort] <i>es</i> nötig, um diese auszuschließen.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> שאלו את הזקנים ברומי אם אין רצונו בעבודת כוכבים למה אינו מבטלה אמרו להן אילו לדבר שאין צורך לעולם בו היו עובדין היה מבטלו הרי הן עובדין לחמה וללבנה ולכוכבים ולמזלות יאבד עולמו מפני השוטים
12 <b>M</b><small>AN FRAGTE DIE</small> Ä<small>LTESTEN IN</small> R<small>OM</small>: W<small>ENN ER AN DER</small> A<small>NBETUNG DER</small> G<small>ÖTZEN KEINEN</small> G<small>EFALLEN HAT</small>, <small>WESHALB VERNICHTET ER SIE NICHT</small>? D<small>IESE ERWIDERTEN</small>: W<small>ÜRDEN SIE</small> D<small>INGE ANBETEN</small>, <small>DEREN DIE</small> W<small>ELT NICHT BEDARF</small>, <small>SO WÜRDE ER SIE AUCH VERNICHTET HABEN</small>, <small>SIE BETEN ABER</small> S<small>ONNE</small>, M<small>OND</small>, S<small>TERNE UND</small> P<small>LANETEN AN</small>; <small>SOLLTE ER DENN WEGEN DER</small> T<small>OREN SEINE</small> W<small>ELT ZERSTÖREN</small>!?
יג אמרו להן א"כ יאבד דבר שאין צורך לעולם בו ויניח דבר שצורך העולם בו אמרו להן אף אנו מחזיקין ידי עובדיהן של אלו שאומרים תדעו שהן אלוהות שהרי הן לא בטלו:
13 J<small>ENE ENTGEGNETEN</small>: S<small>O SOLLTE ER DOCH DIE</small> D<small>INGE VERNICHTEN</small>, <small>DEREN DIE</small> W<small>ELT NICHT BEDARF</small>, <small>UND DIEJENIGEN LASSEN</small>, <small>DEREN DIE</small> W<small>ELT BEDARF</small>!? D<small>IESE ERWIDERTEN</small>: W<small>IR WÜRDEN DANN DIE</small> A<small>NBETER</small> [<small>DER ANDEREN IN IHREM</small> G<small>LAUBEN</small>] <small>BESTÄRKEN</small>, <small>DENN SIE WÜRDEN SAGEN</small>: E<small>RKENNET NUN</small>, <small>DASS DIESE WAHRE</small> G<small>ÖTTER SIND</small>, <small>DENN SIE SIND NICHT VERNICHTET WORDEN</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר שאלו פלוסופין את הזקנים ברומי אם אלהיכם אין רצונו בעבודת כוכבים מפני מה אינו מבטלה אמרו להם אילו לדבר שאין העולם צורך לו היו עובדין הרי הוא מבטלה הרי הן עובדין לחמה וללבנה ולכוכבים ולמזלות יאבד עולם מפני השוטים אלא עולם כמנהגו נוהג ושוטים שקלקלו עתידין ליתן את הדין
14 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Die Philosophen fragten die Ältesten in Rom: Wenn euer Gott an der Anbetung der Götzen keinen Gefallen hat, weshalb vernichtet er sie nicht? Diese erwiderten ihnen: Würden sie Dinge anbeten, deren die Welt nicht bedarf, so würde er sie auch vernichtet haben, sie beten aber Sonne, Mond, Sterne und Planeten an; sollte er denn wegen der Toren die Welt zerstören!? Die Welt behält vielmehr ihren natürlichen Lauf, die Toren aber, die [ihre Handlungen] verderbt haben, werden dereinst Rechenschaft ablegen.
טו דבר אחר הרי שגזל סאה של חטים [והלך] וזרעה בקרקע דין הוא שלא תצמח אלא עולם כמנהגו נוהג והולך ושוטים שקלקלו עתידין ליתן את הדין
15 Eine andere Erklärung: Wenn jemand eine Seá Weizen raubt und ihn in den Boden aussäet, so sollte er von rechtswegen nicht hervorsprossen, dennoch behält die Welt ihren natürlichen Lauf, und die Toren, die [ihre Handlungen] verderbt haben, werden dereinst Rechenschaft ablegen.
טז דבר אחר הרי שבא על אשת חבירו דין הוא שלא תתעבר אלא עולם כמנהגו נוהג והולך ושוטים שקלקלו עתידין ליתן את הדין
16 Ein anderes Beispiel: Wenn jemand die Frau seines Nächsten beschläft, so sollte sie von rechtswegen nicht schwanger werden, dennoch behält die Welt ihren natürlichen Lauf, und die Toren, die [ihre Handlungen] verderbt haben, werden dereinst Rechenschaft ablegen.
יז והיינו דאמר ריש לקיש אמר הקב"ה לא דיין לרשעים שעושין סלע שלי פומבי אלא שמטריחין אותי ומחתימין אותי בעל כרחי
17 Das ist es, was Reš Laqiš sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, sprach: Nicht genug, daß die Gottlosen meinen Stempel zum öffentlichen machen, sondern sie belästigen mich auch und prägen mich gegen meinen Willen.
יח שאל פלוספוס אחד את ר"ג כתוב בתורתכם (דברים ד, כד) כי ה' אלהיך אש אוכלה הוא אל קנא מפני מה מתקנא בעובדיה ואין מתקנא בה
18 Ein Philosoph sprach zu R. Gamliél: Es heißt in eurer Tora: <i>denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifernder Gott;</i> weshalb eifert er gegen die Anbeter und nicht gegen [die Götzen] selbst?
יט אמר לו אמשול לך משל למה"ד למלך בשר ודם שהיה לו בן אחד ואותו הבן היה מגדל לו את הכלב והעלה לו שם על שם אביו וכשהוא נשבע אומר בחיי כלב אבא כששמע המלך על מי הוא כועס על הבן הוא כועס או על הכלב הוא כועס הוי אומר על הבן הוא כועס
19 Dieser erwiderte ihm: Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Ein König aus Fleisch und Blut hatte einen Sohn, und dieser Sohn zog einen Hund groß und legte ihm den Namen seines Vaters bei, und wenn er schwören wollte, sprach er: beim Leben meines Vaterhundes. Wem zürnte nun der Vater, als er dies hörte, zürnte er dem Sohne oder zürnte er dem Hunde? Doch wohl dem Sohne.
כ אמר לו כלב אתה קורא אותה והלא יש בה ממש אמר לו ומה ראית אמר לו פעם אחת נפלה דליקה בעירנו ונשרפה כל העיר כולה ואותו בית עבודת כוכבים לא נשרף
20 Jener entgegnete: Du nennst [den Götzen] einen Hund; an diesem ist aber doch etwas. Dieser fragte: Was hast du an ihm gesehen? Jener erwiderte: Einst brach ein Feuer in unserer Stadt aus, die ganze Stadt brannte nieder und der Tempel jenes Götzen brannte aber nicht nieder.
כא אמר לו אמשול לך משל למה"ד למלך ב"ו שסרחה עליו מדינה כשהוא עושה מלחמה עם החיים הוא עושה או עם המתים הוא עושה הוי אומר עם החיים הוא עושה
21 Da erwiderte dieser: Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Ein König aus Fleisch und Blut hatte einst eine Stadt, die gegen ihn rebellierte; mit wem führt er nun Krieg, mit den Lebenden oder mit den Toten? Doch wohl mit den Lebenden.
כב א"ל כלב אתה קורא אותה מת אתה קורא אותה א"כ יאבדנה מן העולם אמר לו אילו לדבר שאין העולם צריך לו היו עובדין הרי הוא מבטלה הרי הן עובדין לחמה וללבנה לכוכבים ולמזלות לאפיקים ולגאיות יאבד עולמו מפני שוטים וכן הוא אומר
22 Jener sprach: Du nanntest ihn einen Hund, du nanntest ihn einen Toten, mag er ihn doch aus der Welt vernichten! Dieser erwiderte: Würden sie Dinge anbeten, deren die Welt nicht bedarf, so würde er sie vernichtet haben, sie beten aber Sonne, Mond, Sterne, Planeten, Bäche und Täler an, sollte er denn wegen der Toren seine Welt zerstören!? Ebenso heißt es: